Erntehelfer: Zusatzfutter aus dem Garten

Wer zu Garten oder Gewächshaus auch noch Hühner hat, der lebt richtig nachhaltig. Nahezu alles,  was da abfällt, recyceln die die eifrigen Allesfresser zu wertvollem Protein. Jetzt, wo die Erntesaison in vollem Gange ist, können deshalb auch die Hühner so richtig schwelgen und danken das vitaminreiche Zusatzfutter mit besonders guten Eiern, allgemeinem Wohlbefinden und einer glatten Mauser.


Normalerweise sind Hühner immer bereit, Grünfutter zu probieren. Tiere, die so etwas während der Aufzucht nie kennengelernt haben und zögern, lassen sich meist schnell überzeugen. Am schnellsten von erfahreneren Artgenossen, aber auch die eigene Neugier ist bei Hühnern immer ein gutes Argument: Das Grünzeug wird  aufgehängt oder in einer Raufe in Kopfhöhe angeboten, und der Verlockung, da mal probehalber hinzupicken, können die experimentierfreudigen Vögel kaum widerstehen. Ist das Eis so einmal gebrochen, ist das leckere Grünzeug meist schnell weg.

Für die ganz skeptischen oder ganz winzigen Hühner und Küken kann man das Gartenfutter auch zunächst zerkleinern. Der Kauf eines Zerkleinerers und einer  kräftigen Reibe lohnen sich für Hühnerhalter allemal. Das Zerkleinerte kann man dann mit gekochtem Reis, Nudeln oder gekochten Kartoffeln zu einer Hauptmahlzeit  anreichern, und gesundheitsfördernde Zusätze lassen sich hier besonders gut einmischen: Kräuter wie Oregano, Mineralfutter, pulverisierte Eierschalen oder der Fitmacher Bierhefe. Von solchem leckeren Powerfood profitieren die Gefiederten immer, und es lässt sich vielseitig zusammensetzen,  je nachdem, was der Garten gerade bietet. Experimentieren macht da Mensch und Huhn gleichermaßen Spaß. 

Braune Hühner auf grüner Wiese
Hühnerbaron​​

Jede Menge Abwechslung: Was hat die Jahreszeit zu bieten?

Ein heißbegehrter Hühner-Klassiker ist und bleibt Salat. In der Sommerhitze geschossene Köpfe, Außenblätter, Angewelktes – alles wird mit der gleichen Begeisterung gefuttert. Dasselbe gilt für andere Blattgemüse wie Mangold: Was der Mensch nicht mag, liebt das Huhn und produziert davon wunderbar goldgelbe Eidotter. 

Auch Kohlrabiblätter, gebündelt und aufgehängt, sind eine beliebte Sommerbeschäftigung, ebenso die Außenblätter von Kohl oder sogar mal ganze Köpfe als besondere Abwechslung. Einer der heißbegehrten Hühnerfavoriten ist da Chinakohl, der regelmäßig in Rekordzeit verputzt wird. Kohl ist zwar sehr gesund, sollte aber dosiert gegeben werden, denn im Übermaß verursacht er Durchfall. Wer übrigens Gartenplatz hat, kann jetzt im August Grünkohlpflanzen setzen und hat dann zum Winter eines der besten, vitaminreichsten Grünfutter überhaupt. 

5 Eier in einer Hand mit Hühner im Hintergrund
Hühnerbaron​​

Hühner lieben auch vieles, was zwischen dem Gemüse wächst: Vogelmiere, Löwenzahn, Überschüsse der überall wuchernden Zitronenmelisse und vieles mehr. Auch hier kann man endlos testen. Allerdings sind die gefiederten Feinschmecker bei intensiv schmeckenden Kräutern wie Giersch oft eher zurückhaltend. Da hilft meist Zerkleinern und Mixen mit begehrtem Futter wie gekochtem Reis oder Haferflocken.


Ein wertvolles Grün, das man den Hühnern nicht vorenthalten sollte, ist auch der Rasenschnitt. Die Vögel lieben es, ihn sorgsam durchzuscharren und durchzusuchen, bevor die Reste auf dem Kompost landen. Grasschnitt muss für dieses Recycling allerdings einige Voraussetzungen erfüllen: Kein Mineraldünger, keine Spritzmittel und unbedingt – unbedingt! - kurze Halme. Längere, harte Grashalme werden zwar auch gierig gefressen, neigen aber dazu, sich im Kropf zu verknäulen, und das gibt schnell lebensgefährliche Kropfverstopfungen.


Natürlich mögen die Hühner auch Beeren, Fallobst und Wurzelgemüse wie Karotten oder Rote Bete ausgesprochen gern. Äpfel sollte man zunächst durchschneiden, bis die Vögel das neue Futter kennengelernt haben, Karotten erst zerkleinern und dann in immer größeren Stücken anbieten. Auch hier ist Zerkleinertes immer gut, entweder zum Einführen eines neuen Futters, oder um den tüchtigen Hennen mit dem Gemüse einen regelrechten Vitaminstoß zukommen zu lassen. Bewährtes Powerfood sind da geraspelte Karotten oder Rote Bete, kombiniert mit ein wenig Öl und einer Portion Bierhefe. Wer gerade Kräuter übrig hat, kann auch die gut in diese gesunde Mischung packen.


Zum Schluss noch ein Tipp für Gärtner: Wer guten Kompost zur Verfügung hat, sollte seinen Hühnern regelmäßig ein paar Schaufeln spendieren. Sie profitieren nicht nur vom Kratzspaß, sondern nehmen mit der organischen, lebenden Erde auch Spurenelemente auf, die oft im Futter fehlen, und regulieren ihre Verdauung. 

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