Der Lohn aller Mühe: Das kleine Wunder Hühnerei

Ein Ei enthält, perfekt verpackt, alles, was ein Vogelembryo von der Befruchtung bis zum Schlüpfen braucht. Logisch, dass so ein kleines Wunder als Delikatesse und Nährstoffquelle lange kulturübergreifend hochgeschätzt und begehrt war. Erst in unseren Tagen ist das Ei oft zum Massenprodukt minderer Qualität verkommen – doch das muss nicht sein. Stammt es von glücklichen eigenen Hühnern, kann ein Ei wieder zu dem werden, was es eigentlich ist: zu einem Lebensmittel der Spitzenklasse.

Um Eier zu legen, muss eine Henne nicht vom Hahn befruchtet werden. Haushühnern genügt dazu eine Kombination aus genetischer Veranlagung und passenden Licht- Futter- und Umweltbedingungen. Moderne Legehybriden brauchen nicht einmal das: Sie sind genetisch auf Selbstzerstörung durch Dauerlegen unter allen Umständen programmiert, aber selbst sie und damit ihre Eier profitieren deutlich von besseren Lebensbedingungen. Rassehühner dagegen legen zwar weniger, aber deutlich länger, und ihre Eier haben oft größere Dotter, sind also qualitativ und geschmacklich besonders gut. Egal, ob Rassetier oder Hybrid: Erwiesen ist, dass Eier aus artgerechter Haltung generell deutlich weniger Cholesterin, dafür aber umso mehr wertvolle Inhaltsstoffe enthalten, zum Beispiel sekundäre Pflanzenstoffe, das vitaminähnliche Cholin und kostbare Omega-3-Fettsäuren. Gute Nachrichten für private Hühnerhalter: Sie sind da klar im Vorteil und haben jederzeit Premium-Lebensmittel zur Hand. Gärtner verzeichnen gleich ein Doppelplus: Vieles, was rund ums Jahr anfällt, verwandeln Hühner zuverlässig in wertvolles Protein.

Eine Henne kann theoretisch alle 24 Stunden ein Ei legen, vollbringt also unablässig Höchstleistungen. Meist legt sie mehrere Tage hintereinander, macht dann eine kurze Pause und beginnt wieder von vorn. Dabei ist sie auf ständige Unterstützung angewiesen: Nach wenigen Eiern ist der Kalziumvorrat in ihrem Körper erschöpft, und es droht Raubbau am Skelett. Legehennen brauchen also ständig genügend Kalzium zur freien Verfügung. Und wieder: Sie brauchen unbedingt einen angenehmen Arbeitsplatz, ein erstklassiges Legenest. Das kommt am Ende auch dem Ei zugute, und vor allem dem Verbraucher. Eine Eierschale lässt  durch Tausende von winzigen Poren Luft an den Embryo, also in suboptimalter Umgebung auch Krankheitserreger ins Ei. Eine Gefahr, die sich mit unserem modernen Abrollnest leicht ausschalten lässt.

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